Woran erkennt man ein Sicherheitsmanometer und welche Eigenschaften hat es?
Das Sicherheitsmanometer erkennen Sie äußerlich an dem eingekreisten S auf dem Ziffernblatt. Direkt darunter ist die gültige Euronorm EN 837-1. Ebenfalls ist auf dem Ziffernblatt anhand der Aufschrift 316 SS zu erkennen, dass das Gehäuse und das Messsystem aus Edelstahl sind. Zudem besteht die Sichtscheibe aus einem Mehrschichten Sicherheitsglas, welches durch „SAFETY GLASS“ gekennzeichnet ist. Außerdem ist die Sichtscheibe fest mit dem Gehäuse verbunden.
Um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten, ist der Messanschluss rundherum dicht mit dem Gehäuse verschweißt. Auf der Rückseite des Sicherheitsmanometers ist die ausblasbare Rückwand zu sehen. Diese kann bei einem Versagen des Bauteiles nach hinten abfliegen.
Welche Sicherheitsstufen für Gehäuse gibt es?
Nach der EN 837-1 gibt es drei Sicherheitsstufen für Gehäuse. Diese sind S1, S2 sowie S3 und haben folgende Bedeutung!
- S1 mit Entlastungsöffnung auf der Gehäuserückseite!
- S2 für die Nenngröße 40mm bis 80mm mit Entlastungsöffnung auf der Gehäuserückseite oder ausblasbarer Rückwand!
- S3 für die Nenngröße 40mm bis 250mm mit bruchsicherer Trennwand ① (Solidfront) und ausblasbarer Rückwand ②!
Wir bevorraten die Sicherheitsstufe S3. Die sich im inneren des Gehäuse befindliche Trennwand verhindert mit absoluter Sicherheit, dass das Medium nach vorne durch die Sichtscheibe austreten kann!
Zusammenfassend kann man sagen, dass für ungefährliche, flüssige Messstoffe < 25 bar ohne Gehäusefüllung keine Sicherheitsstufe benötigt wird. Für gas- oder dampfförmige Messstoffe ab einem Betriebsdruck von 25 bar ist nach EN 837-1 ein Sicherheitsmanometer der Sicherheitsstufe S3 empfehlenswert.
Wir machen den Drucktest!
Für den Drucktest in unserer Werkstatt haben wir bereits ein Standardmanometer montiert. Wir weisen hierbei aber ausdrücklich darauf hin, dass wir das Manometer mit einem sehr hohen Druck bewusst überlasten. Damit möchten wir zeigen, was im Falle eines Berstens der Rohrfeder in einem Standardmanometer passieren kann.
Durch das starke überlasten des Manometers, ist das Messsystem schlagartig undicht geworden und die Sichtscheibe wurde nach vorne abgesprengt. Bei diesem Test haben wir ein geringes Fördervolumen eingesetzt und als Medium Wasser benutzt, damit niemand verletzt wird. Sie können sich aber durchaus vorstellen was mit einem größeren Fördervolumen, Dampf oder einem giftigen Medium passiert wäre.
Unser Paxistipp!
Bitte beachten Sie bei der Anbringung eines Sicherheitsmanometers mit einer Ausblasvorrichtung darauf, dass sich hinter der ausblasbaren Rückwand ausreichend Freiraum befindet. Sorgen Sie bitte zudem dafür, dass die Rückwand nicht verschmutzt. Damit beugen Sie im Ernstfall vor, dass diese blockiert wird.
Hier finden Sie die Artikel aus unserem Video!
- Wika Sicherheitsmanometer
- Festo Manometer