Reinheitsklassen bei Druckluft nach ISO 8573-1:2010!

Sind Ihnen die Reinheitsklassen bei Druckluft bekannt? Wozu braucht man eine gute Druckluftqualität oder Klassifizierung? Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Denn bei Maschinen und Anlagen in denen Pneumatik eingesetzt wird, ist es notwendig gewisse Anforderungen für die verwendete Druckluft einzuhalten.

In der Luft oder in diesem Falle der Druckluft gibt es immer Schmutzpartikel, die die einwandfreie Funktion eines pneumatischen Systems entsprechend beeinträchtigen. Dazu zählen unter anderem Staub, Pollen, Wasserdampf und Kohlenwasserstoffe aber auch Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber. Was passieren kann, erklären wir anhand eines Beispiels wie folgt. Durch die Verdichtung der Luft mittels eines Kompressors auf einen Überdruck von 10 bar befindet sich jetzt ca. die 11-fache Menge an Verunreinigung in dem selben Volumen, wie unter einem Normdruck von 1,013 bar. Diese Ansammlung vom komprimierter Verschmutzung führt bei einer nicht ausreichenenden Filterung zu erheblichen Problemen. Dichtungen werden angegriffen und Verschmutzungsbeläge legen sich auf die Führungsbahnen der Ventile und Zylinder.

Das ist aber noch längst nicht alles! Mal abgesehen von der fehlerfreien Funktion des pneumatischen Systems, wird hierdurch ein weiterer, wichtiger Faktor in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Entlüftung der Aktuatoren bzw. der Verbraucher in die Athmosphäre wird darüber hinaus auch die Produktqualität sowie die Umgebungsluft negativ beeinträchtigt. Das gilt vor allen Dingen im Lebensmittelbereich sowie bei medizinischen und pharmazeutischen Anwendungen. Hier wird ein besonderes Augenmerk auf die Druckluftqualität gelegt.

Wie kann man diesem Problem entgegen wirken?

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen gibt es eine einfache Lösung. Damit die Prozesssicherheit und auch die Produktqualität gewährleistet ist, wurde die Klassifizierung von Luft in der Norm ISO 8573-1:2010 für Druckluftqualität umgesetzt.

Damit die Anforderung an die Reinheit der Luft sichergestellt wird, braucht man eine ausreichende Druckluftaufbereitung. Eine Auswahl an dafür geeigneten Geräte für die Trocknung und Filtrierung der Druckluft durch Feinfilter, Submikrofilter oder Aktivkohlefilter finden Sie in unserem Online-Shop. Wie viel Aufwand bei der Aufbereitung, beispielsweise was die Reinheit der Filter angeht aufgebracht werden muss, hängt demzufolge von den Reinheitsklassen ab.

Welche Reinheitsklassen bei Druckluft gibt es?

Wenn Luft oder Druckluft klassifiziert wird, erfolgt das über die Festlegung eines bestimmten Maximalgehalts an Schmutzstoffen die in der Luft enthalten sein dürfen. Demgemäß gelten Partikel, Wasser und Öl als Schmutzstoffe. Hierzu hat jede Klasse einen definierten Höchstwert für diese drei Stoffe. Diese Klassen reichen von 0 bis 9. Ergänzt wird das schließlich noch durch die Klasse X!

Die geforderte Reinheit nimmt mit aufsteigender Klassen-Nummer ab, wobei die Klasse 0 durch den Hersteller selbst definiert und demzufolge auch erklärt werden muss. Jedoch muss diese strengeren Anforderungen unterliegen als Klasse 1!

Was ist die ISO 8573-1:2010?

Die Norm ISO 8573-1:2010 ist eine Gruppe internationaler Normen, bei der dementsprechend die Qualität bzw. Reinheit von Druckluft beschrieben wird. Seit 2010 ist diese Norm für die Automatisierung mit Pneumatik verbindlich. Deshalb erfolgt die Klassifizierung von Druckluft gemäß dieser Norm. Die 1 in der Bezeichnung steht für die Gruppe 1. Es gibt noch acht weitere Gruppen. Die Gruppen 2 – 9 prüfen das Druckluftsystem auf einen oder mehrere spezifische Schmutzstoffe.

Darstellung der Gruppe 1 als Tabelle. Hier finden sich auch die drei Säulen Feststoffpartikel-, Wasser- und Ölverschmutzung wieder.

Erläuterung der Tabelle!

Die Grenzmengen bei den Feststoffpartikeln werden als Anzahl (Menge) oder Massenkonzentration auf einen m³ angegeben. Bei der Masse wird das Gewicht der Konzentration betrachtet. Der Ölgehalt wird auch als eine Masse (Gewicht) auf einen m³ ausgegeben.

Bei dem Wassergehalt hingegen sieht es anders aus. Abhängig von der Höhe der Außentemperatur kann die atmosphärische Luft dadurch mehr oder weniger Wasser als Wasserdampf speichern. Es gilt, je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf befindet sich in der Luft.

Klassifizierung des Wasseranteiles in der Druckluft!

Der Wasseranteil in der Druckluft wird als Drucktaupunkt klassifiziert. Dieses bedeutet, dass die Druckluft bis zu der nötigen Klassenangabe getrocknet (Kältetrocknung oder Adsorptionstrocknung) werden muss und kein Kondensat mehr oberhalb des Temperaturpunktes austreten darf.

Fazit – Was bringt uns diese Norm?

Die Norm der Reinheitsklassen hat einen großen Vorteil! Die durch die ISO (International Standards Organization) festgelegte Klassifizierung der Reinheitsklassen bei Druckluft ist weltweit allgemein gültig und bindend. Alle Anwender sprechen hier die selbe Sprache und können sich darüber hinaus auf diese Norm beziehen. Im Zeitalter der Globalisierung und der Verkleinerung der Welt ein unbedingt wichtiger und notwendiger Vorteil für die gesamte Industrie!

Weitere interessante Artikel zum Thema Druckluft ist die Geschichte der Pneumatik und eine Zusammenfassung über die Vorteile von Pneumatik